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Wohnbau

Wohnpark Amtsgasse, Bisamberg

Wohnbau

Ein Ensemble aus Struktur, Kontext und Präzision

Mit dem Wohnpark Amtsgasse entstand in Bisamberg ein vielschichtiges Wohnensemble, das sich aus drei eigenständigen Baukörpern zusammensetzt und dennoch als zusammenhängendes Projekt gedacht und entwickelt wurde.

Ausgangspunkt war eine heterogene Umgebung: kleinvolumige Wohnbebauung ohne klar ablesbare Struktur, kombiniert mit spezifischen Bebauungsvorgaben der Marktgemeinde. Diese Rahmenbedingungen wurden nicht als Einschränkung verstanden, sondern als Grundlage für eine differenzierte, ortsbezogene Lösung.

Zur Verortung der unterirdischen Kelleranlagen wurde eine georeferenzierte Punktwolke erstellt und nachmodelliert. Somit war ein präziser Abgleich zwischen ober- und unterirdischer Bebauung möglich.

Planung
2023 bis 2024
Leistung
Vorentwurfs-, Entwurfs- und Einreichplanung
Location
Bisamberg
Bruttogrundrissfläche
989 m²
Nettogrundrissfläche
960 m²
Drei Häuser, ein System

Das Projekt gliedert sich in drei Baukörper mit jeweils eigener Identität und Nutzung

Haus A als Kombination aus Neubau und Bestand – mit einem Einfamilienhaus über einer privat genutzten Vinothek in adaptierten Kellerräumen,

Haus B als klassisches Einfamilienhaus mit klarer Struktur,

Haus C als Doppelwohnhaus in Split-Level-Bauweise.

Alle Gebäude reagieren auf die topografische Situation des Grundstücks, das sich als erhöhtes Plateau gegenüber der Straße ausbildet. Dadurch entstehen differenzierte Höhenentwicklungen und räumliche Bezüge, die jedem Haus eine eigene Präsenz geben und gleichzeitig ein stimmiges Gesamtbild erzeugen.

Bauen im Bestand und im Kontext

Eine besondere Qualität des Projekts liegt im Umgang mit dem vorhandenen Bestand. In Haus A wurde ein bestehender Weinkeller zu einer privaten Vinothek transformiert und in das neue Nutzungskonzept integriert. Der Neubau setzt teilweise auf bestehendem Mauerwerk auf und wird konstruktiv klar vom Bestand getrennt.

Diese Kombination aus Weiterbauen und Ergänzen schafft nicht nur räumliche Tiefe, sondern verankert das Projekt auch stärker im Ort.

Konstruktion und Materialität

Alle drei Baukörper folgen einer klaren konstruktiven Logik. Massive Bauteile wie Stahlbetondecken und tragende Mauerwerkswände werden mit leichten Dachkonstruktionen in Holz kombiniert. Die Gebäudehüllen bestehen aus hochgedämmten Wandaufbauten mit Wärmedämmverbundsystemen bzw. teilweise vorgehängten hinterlüfteten Fassaden.

Die gewählten Satteldächer nehmen Bezug auf die umliegende Bebauung und sichern die Einbindung ins Ortsbild, während Details wie verdeckte Dachrinnen und präzise Fassadenlösungen eine zeitgemäße architektonische Sprache ermöglichen.

Technik und Energie

Die haustechnischen Konzepte aller Gebäude sind auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgelegt. Die Wärmeversorgung erfolgt jeweils über Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit Fußbodenheizung. Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen unterstützen die Eigenenergieversorgung.

Regenwässer werden, soweit möglich, vor Ort versickert, während die Einbindung in bestehende Ver- und Entsorgungsnetze eine wirtschaftliche und robuste Infrastruktur sicherstellt.

Besondere Aufmerksamkeit galt auch technischen Detailthemen wie Entwässerungssystemen mit Ölabscheidern, kontrollierter Be- und Entlüftung sowie brandschutztechnisch korrekten Abschottungen.

Ein Ensemble mit Haltung

Drei eigenständige Baukörper reagieren auf Kontext, Bestand und Topografie – verbunden durch eine klare planerische Logik.

Erschließung und Organisation

Die Erschließung erfolgt über klar definierte Zugänge und Zufahrten, die als Teil der Außenraumgestaltung verstanden wurden. Stellplätze sind entweder oberirdisch organisiert oder in Garagen untergebracht.

Alle Nutzungseinheiten verfügen über direkte Ausgänge ins Freie, wodurch einfache und sichere Fluchtwegsituationen gewährleistet sind.

Präzision im Detail

Neben den großen strukturellen Entscheidungen zeichnet sich das Projekt durch eine hohe Detailtiefe in Planung und Ausführung aus. Hochwertige Fensterkonstruktionen mit optimierten U-Werten, außenliegende Verschattungssysteme sowie durchdachte Fassadenlösungen tragen zur Energieeffizienz und zum Wohnkomfort bei.

Ein Ensemble mit Haltung

Der Wohnpark Amtsgasse ist kein uniformes Projekt, sondern ein bewusst differenziertes Ensemble. Jedes Gebäude reagiert individuell auf seine Position, Nutzung und den Bestand – und bleibt dennoch Teil eines übergeordneten Ganzen.

So entsteht Architektur, die sich in den Kontext einfügt, ohne beliebig zu werden, und die technische Präzision mit räumlicher Qualität verbindet.