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Neue Werft

Arbeiten und Wohnen am Areal der Werft in Korneuburg

Machbarkeitsstudie

Neue Werft Korneuburg

Auf dem Areal der ehemaligen Werft Korneuburg sollte auf einer Gesamtfläche von 166.118 m² ein neuer Stadtteil entstehen. Die unmittelbare Lage an der Donau, der historische Gebäudebestand und die Größe des Entwicklungsgebiets boten dafür außergewöhnliche Voraussetzungen. Gleichzeitig wurde eine gesamthafte Entwicklung durch stark zersplitterte und ineinandergreifende Eigentumsverhältnisse erschwert.

Im Rahmen einer Konzeptstudie entwickelten wir daher eine umfassende Arrondierung der Grundstücke. Ziel war es, die Flächen der Stadtgemeinde Korneuburg und der Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG zu größeren, räumlich zusammenhängenden Einheiten zu kombinieren. Erst durch diese Neuordnung konnten klare Entwicklungsflächen am Festland und ein großzügiges öffentliches Naherholungsgebiet auf der Halbinsel geschaffen werden.

Von den insgesamt 166.118 m² entfielen 73.691 m² auf die Stadtgemeinde Korneuburg und 77.905 m² auf die Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG. Weitere 10.450 m² befanden sich im Eigentum der KUWOPA, 4.072 m² im Eigentum des ÖAMTC.

Projektart
Städtebau
Projekttyp
Konzeptstudie
Neuordnung der Eigentumsflächen

Sechs Bauplätze für ein gemischtes Quartier

Die Grundstücke der beiden Haupteigentümer waren über das gesamte Areal verteilt und teilweise stark miteinander verzahnt. Durch einen gezielten Flächentausch sollte der Anteil der Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG am Festland zu einer zusammenhängenden Entwicklungsfläche von 77.905 m² gebündelt werden.

Gleichzeitig wäre der bestehende Grundbesitz der Stadtgemeinde auf der Halbinsel von 16.087 m² auf insgesamt 44.912 m² erweitert worden. Damit hätte die Gemeinde eine räumlich geschlossene Grundlage für die Umsetzung ihres „Donau-Insel“-Projekts und eines langfristig gesicherten öffentlichen Naherholungsgebiets erhalten.

Weitere Flächen der Gemeinde wären am Festland verblieben. Dabei handelte es sich insbesondere um Straßenflächen sowie eine große Bestandshalle. Die Neuordnung zielte somit nicht auf eine vollständige Trennung der Eigentümer, sondern auf eine funktionale Entflechtung der für die Entwicklung maßgebenden Grundstücke.

Die Arrondierung war damit weit mehr als eine grundstückstechnische Maßnahme. Sie bildete den entscheidenden Ausgangspunkt für eine städtebaulich nachvollziehbare, abschnittsweise umsetzbare Entwicklung des gesamten Areals.

Sechs Bauplätze für ein gemischtes Quartier

Die zusammenhängende Entwicklungsfläche am Festland wurde in sechs Bauplätze gegliedert. Vorgesehen war eine Mischung aus Wohnen, Bildung, Sport, Nahversorgung, Arbeiten und Beherbergung:

  • gemeinnütziger Wohnbau
  • freifinanzierter Wohnbau
  • Studentenwohnheim mit Sportkomplex
  • Campus mit Fakultätsbüros
  • Nahversorgung, Büros und Parkhaus
  • Hotelanlage

Für den gemeinnützigen und freifinanzierten Wohnbau waren zusammen 24.866 m² Bruttogrundfläche vorgesehen. Der Sportkomplex mit Studentenwohnungen umfasste 13.522 m², der Campus mit Fakultätsbüros 15.457 m². Weitere 7.230 m² entfielen auf Nahversorgung, Büros und Parken. Für die Hotelanlage waren 16.007 m² vorgesehen.

Insgesamt ergab sich ein Entwicklungspotenzial von 77.082 m² Bruttogrundfläche. Die unterschiedlichen Nutzungen sollten eine Belebung des Quartiers über den gesamten Tagesverlauf ermöglichen und die ehemalige Werft zu einem eigenständigen, gemischt genutzten Stadtteil weiterentwickeln.

Die historische Werft als identitätsstiftende Mitte

Das städtebauliche Zentrum bildete der historische Kern der ehemaligen Werft. Rund um den geplanten Campus und die Nahversorgung befinden sich mehrere erhaltenswerte und teilweise denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude, darunter Bauten mit Elementen des Jugendstils.

Der Bestand sollte nicht als isoliertes Denkmal behandelt, sondern zum kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des neuen Quartiers werden. Bereits heute wird der historische Werftbereich für Veranstaltungen und Festivals genutzt. Diese bestehende Identität bildete eine wesentliche Grundlage für die weitere Entwicklung.

Die historische Slipanlage eröffnete darüber hinaus einen direkten und räumlich prägnanten Zugang zur Donau. Entlang des Ufers war eine durchgehende Bade- und Flaniermeile vorgesehen, welche den Gebäudebestand, die neuen Nutzungen und das Naherholungsgebiet auf der Halbinsel miteinander verbunden hätte.

Autoarmes Zentrum und klare Erschließung

Die Erreichbarkeit des neuen Stadtteils wäre über zwei Hauptzufahrten gewährleistet worden. Der motorisierte Individualverkehr sollte jedoch weitgehend an den Rändern des Quartiers verbleiben. Innerhalb des Zentrums waren ausschließlich Anlieferungen und notwendige betriebliche Fahrten vorgesehen.

Durch diese klare Hierarchie der Verkehrsflächen hätte ein weitgehend autofreier Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen können. Kurze Wege zwischen Wohnen, Bildung, Sport, Nahversorgung und Freizeit sowie die unmittelbare Lage an der Donau bildeten die Grundlage für ein lebendiges und eigenständiges Quartier.

Eine nicht genutzte Entwicklungschance

Das vorgeschlagene Konzept wurde von den politischen Entscheidungsträgern letztlich nicht unterstützt. Ohne ein entsprechendes Signal für die erforderlichen Arrondierungen und Umwidmungen fehlte die Grundlage für eine weitere Umsetzung.

Aus planerischer Sicht blieb diese Entscheidung für uns schwer nachvollziehbar. Das Konzept reagierte gerade auf jene Herausforderungen, die eine Entwicklung des Werftareals bis heute erschweren: die zersplitterten Eigentumsverhältnisse, die notwendige Einbindung des historischen Bestands, die Sicherung öffentlich zugänglicher Flächen und die Erfordernisse einer gesamthaften, nicht parzellenweisen Entwicklung.

Die Stadtgemeinde hätte auf der Halbinsel eine zusammenhängende Fläche von 44.912 m² für ihr Naherholungsprojekt erhalten. Gleichzeitig wäre am Festland ein gemischt genutztes, weitgehend autoarmes Quartier mit Wohnraum, Bildungsangeboten, Sporteinrichtungen, Arbeitsplätzen, Nahversorgung und direktem Zugang zur Donau entstanden.

Im April 2026 wurde ein entsprechendes Entwicklungsangebot mit internationalem Bildungscampus, Wohnen, Hotel, Sporthallen und Freiflächen von der Stadt geprüft und abgelehnt. Im Mai 2026 wurde die Bausperre auf das Festland ausgeweitet. Kurz darauf meldete die Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG Insolvenz an; ihre Grundstücke sollen seither im Konkursverfahren verwertet werden. SOLID – Hafen Korneuburg: Insolvenz der Signa-Projektgesellschaft

Die Konzeptstudie zeigt, dass die Entwicklung komplexer Stadtteile nicht erst mit der Gestaltung einzelner Gebäude beginnt. Bei heterogenen Eigentumsstrukturen bildet eine nachvollziehbare Bodenordnung die Voraussetzung für funktionierende Bauplätze, klare öffentliche Räume und langfristig umsetzbare Entwicklungsschritte.

Für die Neue Werft Korneuburg lag ein solcher Lösungsansatz vor.

Alles entspannt

Arbeiten und Studieren an der Donau

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