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Dachgeschoßzubau

Weyringergasse 40 / Favoritenstraße 39

Sanierung Umbau Zubau

Neuer Wohnraum über den Dächern Wiens

Im 4. Wiener Gemeindebezirk entsteht an der Ecke Weyringergasse 40 / Favoritenstraße 39 neuer Wohnraum über den Dächern der Stadt. Das bestehende Gründerzeithaus, errichtet in den Jahren 1890 bis 1891 und dem Architekten Carl Holzmann zuzuschreiben, wird durch einen sorgfältig geplanten Dachgeschoßzubau erweitert. Auf einer bearbeiteten Bruttogrundrissfläche von 1.284 m² werden dabei 1.003 m² Wohnnutzfläche geschaffen – verteilt auf neun neue Wohneinheiten. Ergänzt wird das Projekt durch rund 160 m² Freiflächen, die den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern zusätzlichen privaten Außenraum bieten.

Die Liegenschaft befindet sich auf einem markanten Eckbauplatz und ist U-förmig verbaut. Um den innenliegenden Hof entsteht dadurch eine besondere räumliche Situation, die sich als Halbatrium beschreiben lässt. Das Bestandsgebäude besteht im Wesentlichen aus zwei separat erschlossenen Baukörpern: dem L-förmigen Haupttrakt an der Ecke Favoritenstraße / Weyringergasse sowie einem hierarchisch untergeordneten Nebentrakt im Hof. Die Erschließung der neuen Wohneinheiten erfolgt ausschließlich über die Weyringergasse. Eine Besonderheit des Bestands liegt darin, dass die beiden Stiegenhäuser lediglich über den Dachboden miteinander verbunden sind, während der Hoftrakt nur über den Hof erschlossen wird.

Projektart
Sanierung, Umbau, Zubau
Projekttyp
Wohnbau
Bruttogrundrissfläche
1.284 m²
Wohnnutzfläche
1.003 m²
Baukosten
in Vergabe
Status
in Vergabe
Dachausbau mit klarer Struktur

Hochwertige Dachgeschoßwohnungen mit klarer Erschließung und durchdachtem Brandschutz.

Der geplante Zubau erweitert die bestehende Kubatur vertikal und nutzt das vorhandene Baurecht vollständig aus. Auf einer Rohdachboden-Grundfläche von 759 m² können so 1.003 m² hochwertige Wohnnutzfläche realisiert werden. Sieben der neun neuen Wohnungen werden als Maisonette-Wohnungen ausgeführt und profitieren von der besonderen räumlichen Qualität des Dachraums.

Eine zentrale Herausforderung des Projekts lag im Brandschutz. Aufgrund des Fluchtniveaus von über 22 Metern waren besonders präzise Lösungen erforderlich. Durch ein schlüssiges Erschließungs- und Brandschutzkonzept konnte jedoch auf aufwändige technische Maßnahmen wie eine Druckbelüftungsanlage verzichtet werden. Die neuen Dachgeschoßebenen verfügen über zwei getrennte Fluchttreppenhäuser und erfüllen damit die hohen Anforderungen an Sicherheit und Nutzbarkeit.

Über den Dächern des 4. Bezirks

Hochwertige Wohnungen - private Freiflächen - zeitgemäße Erweiterung

Tragfähigkeit für neue Nutzung

Auch die Tragwerksplanung stellte besondere Anforderungen. Das Gebäude war im Erdgeschoß und Mezzanin im Bereich einer ehemaligen Bankfiliale über die Jahre so stark reduziert worden, dass zusätzliche Lasten nicht ohne Weiteres aufgenommen werden konnten. Um die vertikale Erweiterung dennoch zu ermöglichen, waren gezielte Stützen- und Unterzug-Aufdopplungen notwendig. Diese Eingriffe sichern die Tragfähigkeit des Bestands und bilden die Grundlage für die neue Nutzung im Dachbereich.

Historische Kuppel neu interpretiert

Ein besonderes architektonisches Element ist die sanierungsbedürftige Turmkuppel des Bestandsgebäudes. Sie wird behutsam demontiert und originalgetreu wieder aufgebaut – zugleich jedoch konstruktiv nach dem Stand der Technik weiterentwickelt. Durch den Einsatz gekrümmter BSH-Träger kann die Kuppel künftig nicht nur als historisches Gestaltungselement erhalten, sondern auch als nutzbarer Wohnraum integriert werden.

Behutsame Erweiterung am Eckstandort

Der raffinierte Dachgeschoßzubau stammt aus der Feder von Architekt DI Florian Sedelmaier. Das Projekt verbindet den respektvollen Umgang mit historischer Bausubstanz mit einer präzisen baurechtlichen und konstruktiven Ausschöpfung des Bestands. So entsteht an einem prominenten Eckstandort im 4. Bezirk neuer, hochwertiger Wohnraum – behutsam eingefügt, technisch durchdacht und architektonisch klar weiterentwickelt.