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Wohnhausanlage

Neusiedler Straße 12

Wohnhausanlage

Wohnhaus mit 11 Wohneinheiten und Betriebseinheit

Auf den Grundstücken Nr. 409 und 410 in der KG Eisenstadt entsteht ein neues Wohnhaus mit 11 Wohneinheiten, einer Betriebseinheit und einer Tiefgarage mit 12 PKW-Stellplätzen. Der Bauplatz umfasst 659,55 m² und ist laut Flächenwidmungsplan als Bauland-Geschäftsgebiet gewidmet. Ein Bebauungsplan liegt für die Liegenschaft nicht vor, weshalb die Bebauung auf Grundlage der Stellungnahme des Fachbeirats für Stadtplanung vom 7. September 2021 entwickelt wurde.

Das Projekt nutzt die besonderen Rahmenbedingungen des Grundstücks auf präzise und effiziente Weise. Die straßenseitige Front des Baukörpers grenzt an die vordere Baulinie an, während im rückwärtigen Bereich ein Abstand von mindestens 12 Metern zur hinteren Grundstücksgrenze eingehalten wird. Trotz der äußerst schmalen Grundstücksbreite von nur rund 10 bis 11 Metern gelingt es, 11 attraktive Wohneinheiten, eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoß und eine funktionale Tiefgarage mit 12 Stellplätzen zu realisieren.

Die Anlage setzt sich aus zwei eigenständigen Baukörpern zusammen, die über einen gemeinsamen innenliegenden Hof miteinander verbunden sind. Aufgrund der schmalen Grundstücksform erfolgt die Erschließung über zwei getrennte, punktförmige Treppenhäuser. Die straßenseitige Stiege I wird in relativer Nähe zur Neusiedler Straße erschlossen, während die Stiege II über den Hof zugänglich ist. Das Untergeschoß erstreckt sich über beide Baukörper und beinhaltet neben der Tiefgarage auch Einlagerungsboxen und Technikräume.

Projektart
Neubau
Projekttyp
Wohnhausanlage
Planung
2021
Umsetzung
2027
Bruttogrundrissfläche
1.978 m²
Wohnnutzfläche
904 m²
Baukosten
EUR 3,3 Mio.
Ruhige Dachform, klare Nutzung

Ortsbildgerecht geplant mit Gauben, Balkonen und effizient erschlossenen Wohnungen

Der vordere Baukörper verfügt über drei oberirdische Geschoße und einen ausgebauten Dachraum. Der rückwärtige Baukörper ist mit zwei oberirdischen Geschoßen und ebenfalls ausgebautem Dachraum konzipiert. Zur Wahrung des Ortsbildes erhalten beide Trakte Satteldächer mit einer Dachneigung von 45 Grad. Die Firste der Steildächer gehen zur Reduktion der Baukörperhöhe in Flachdächer über. Die in der Stellungnahme des Fachbeirats vorgesehenen Gebäudehöhen werden eingehalten; ebenso werden die seitlichen Gebäudehöhen durch eine Beschränkung der Giebelflächen begrenzt.

In den Dachräumen sorgen Gauben für eine verbesserte Belichtung der Aufenthaltsräume. Ihre Länge ist auf maximal ein Drittel der jeweiligen Frontbreite beschränkt und fügt sich damit in die zurückhaltende Dachgestaltung ein. An den Fronten zum Innenhof sowie zum hinteren Bauwich sind Balkone vorgesehen, die den Wohnungen private Außenräume zuordnen und die Wohnqualität zusätzlich erhöhen.

Das Erdgeschoß nimmt straßenseitig ein Geschäftslokal auf. Dahinter befinden sich der Müllraum sowie der Treppenhauskern der Stiege I. Der Müllraum ist im Nahebereich der Grundstücksgrenze angeordnet und barrierefrei erschlossen. Die Obergeschoße dienen ausschließlich dem Wohnen. Pro Treppenhaus sind jeweils zwei Wohnungen je Geschoß vorgesehen, wodurch eine klare, übersichtliche und wirtschaftliche Erschließungsstruktur entsteht.

Kompakt geplant, hochwertig genutzt

Hof, Tiefgarage und Gründächer schaffen Qualität auf schmalem Grundstück.

Hofraum und Nebenfunktionen

Im Zentrum der Anlage liegt eine befestigte Hoffläche mit abgegrenztem Kinderspielbereich und einer erhabenen Grüninsel. Dieser Hof verbindet die beiden Baukörper nicht nur funktional, sondern bildet zugleich einen gemeinschaftlichen Freiraum innerhalb der kompakten Bebauung. 15 Prozent der Bauplatzfläche bleiben von jeglicher Bebauung freigehalten.

Die Tiefgarage im Untergeschoß umfasst 12 Stellplätze und ist über die Stiege I barrierefrei erschlossen. Die Einfahrt erfolgt über eine Rampe mit 18 Prozent Neigung. An das Treppenhaus schließen die Einlagerungsboxen sowie die Technikräume an. Damit werden die notwendigen Nebenfunktionen effizient im Untergeschoß gebündelt.

Massivbau mit klarer Fassade

Konstruktiv ist das Gebäude als Massivbau geplant. Sämtliche tragenden Wände sowie die Geschoßdecken werden in Stahlbeton ausgeführt. Nichttragende Innenwände sind als Metallständerwände mit Gipskartonbeplankung vorgesehen. Auch das Satteldach wird in Stahlbeton hergestellt und erhält aufgesetzte Holzsparren sowie eine Deckung aus Zementfaserplatten. Die übrigen Dachflächen sind als Flachdächer konzipiert.

Die Fassade wird als Wärmedämmverbundsystem ausgeführt. In brandschutztechnisch relevanten Bereichen kommt Mineralwolle zum Einsatz. Das Geschäftslokal im Erdgeschoß erhält eine Pfosten-Riegel-Glasfassade in Nurglasoptik, wodurch der straßenseitige Sockel offen und einladend wirkt. Die Fenster werden als Kunststofffenster mit Aluminium-Deckschalen ausgeführt und erreichen einen U-Wert von mindestens 0,8 W/m²K. Sämtliche transparenten Bauteile erhalten außenliegenden Sonnenschutz in Form von Aluminium-Raffstores.

Kompakt gebaut, ökologisch ergänzt

Auch ökologisch wird das Projekt aufgewertet. Der hohe Anteil versiegelter Flächen wird durch extensiv und intensiv begrünte Flachdächer kompensiert. Diese Gründächer verfügen über ein hohes Rückhaltevolumen und tragen durch die Verdunstung von Niederschlagswasser zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

Das Projekt zeigt, wie auch auf einem sehr schmalen Grundstück eine hochwertige und funktional überzeugende Bebauung entstehen kann. Durch die Aufteilung in zwei Baukörper, die klare Erschließung, die sorgfältige Höhenentwicklung und die Kombination aus Wohnen, Geschäftslokal, Freiraum und Tiefgarage wird der Bauplatz optimal genutzt, ohne die städtebaulichen Vorgaben und das Ortsbild aus den Augen zu verlieren.