Sanierung denkmalgeschütztes Geschäftslokals in der Berggasse
Umfassende Sanierung für eine zeitgemäße Nutzung
An der Ecke Liechtensteinstraße 19 / Berggasse 11 im 9. Wiener Gemeindebezirk wird ein denkmalgeschütztes Geschäftslokal umfassend saniert und für eine zeitgemäße Nutzung als Verkaufsstätte adaptiert. In der Top 4 entstehen rund 80,40 m² Verkaufsfläche im bestehenden Geschäftslokal sowie ein zugehöriger Nebenraum mit etwa 16,00 m², der über den Innenhof zugänglich ist und künftig als Abstellraum dient.
Das Projekt verbindet substanzschonende Sanierung mit präzisen baulichen Eingriffen. Eine der zentralen Maßnahmen ist der spektakuläre Abbruch der tragenden Mittelwand zwischen den beiden bestehenden straßenseitigen Räumen. Durch diese Auswechslung entsteht ein durchgehender, großzügiger Geschäftsraum. Die notwendige Unterfangung wird mittels zweier HEB-400-Träger hergestellt und ermöglicht eine klare, offene Raumstruktur, ohne die statische Sicherheit des Bestands zu beeinträchtigen.
Das straßenseitige Geschäftsportal wird in Anlehnung an die 1950er-Jahre erneuert.
Im Erdgeschoß befinden sich öffentlich zugängliche Nutzungen, die das Gebäude über die reine Büronutzung hinaus aktivieren. Zur Straße hin orientiert ist ein Backshop angeordnet. Daran schließen die Nebenräume sowie die Küchenbereiche und der Gästebereich der Cafeteria an. Insgesamt umfasst dieser Bereich 389,03 m². Ergänzend befinden sich im Erdgeschoß Müll- und Fahrradräume, die separat von außen zugänglich sind, sowie je ein barrierefreies WC an den beiden Erschließungskernen. Im hofseitigen Trakt ist darüber hinaus eine Büroeinheit mit 398,03 m² inklusive Nebenräumen vorgesehen, die über ein eigenes Eingangsportal im Süden sowie über die Stiege 2 erschlossen wird.
In den Obergeschoßen befinden sich flexibel teilbare Büroflächen. Die Regelgeschoße können je nach Bedarf in eine bis maximal vier Einheiten gegliedert werden, wobei pro Erschließungskern bis zu zwei Einheiten möglich sind. Jede Büroeinheit verfügt über die erforderlichen Sanitär- und Nebenräume. Dadurch entsteht eine robuste Grundrissstruktur, die unterschiedliche Bürogrößen und Nutzungsszenarien zulässt.
Die beiden obersten Geschoße werden als zurückgestaffelte Dachgeschoße ausgeführt. Das erste Dachgeschoß folgt durch seine minimale Zurückstaffelung weitgehend der Grundrissform der Regelgeschoße und umfasst zwei Büroeinheiten. Auch im zweiten Dachgeschoß sind zwei Büroeinheiten vorgesehen. Durch die Staffelung des Baukörpers entstehen den Büroflächen zugeordnete Dachterrassen, die mit Holzrosten und Betonsteinbelägen gestaltet werden und den Arbeitsbereichen hochwertige Außenräume hinzufügen.
Ein besonderer gestalterischer und baurechtlicher Erfolg des Projekts liegt an der exponierten Gebäudeecke. Hier konnte in Abstimmung mit den Behörden erreicht werden, dass die gesamte Frontlänge für eine Gaube genutzt werden darf. Dadurch entwickelt das Gebäude an der Ecke einen sechsgeschoßigen Bauteil ohne Rückstaffelungen oder Abwalmungen. Diese Lösung stärkt die architektonische Präsenz des Baukörpers und verleiht dem Gebäude an seinem sichtbarsten Punkt eine markante, selbstbewusste Gestalt.
Ein Geschäftslokal im Alsergrund wird räumlich geöffnet, technisch erneuert und sensibel weiterentwickelt.
Funktional geklärter Grundriss
Im mittleren, unbelichteten Bereich des Lokals werden die Sanitäreinheiten sowie die Küche angeordnet. Die straßenseitigen Bereiche bleiben dadurch für die Verkaufsnutzung offen und flexibel bespielbar. Der Grundriss wird funktional geklärt, ohne den Charakter des historischen Geschäftslokals zu verlieren.
Neuer Wintergarten zum Innenhof
Ein weiteres wesentliches Element des Projekts ist der bestehende Hofzubau. Dieser wird in Form eines Wintergartens vollständig erneuert und großzügig verglast, um eine neue Blickbeziehung zum Innenhof herzustellen. Die bisherige hölzerne Pfosten-Riegelkonstruktion wird durch eine zeitgemäße Pfosten-Riegel-Fassade mit Hebe-Schiebetür und Fixelementen ersetzt. In Proportion und Gliederung nimmt der neue Hofzubau Bezug auf den Bestand und verbindet alte und neue Stilelemente zu einem stimmigen Gesamtbild.
Geschäftslokal mit neuer Qualität
Durch die Sanierung entsteht ein hochwertiges Geschäftslokal, das die denkmalgeschützte Substanz respektiert und zugleich räumlich, technisch und funktional in die Gegenwart geführt wird. Die Kombination aus offenem Verkaufsraum, erneuertem Schaufensterportal, dauerhaftem Feuchtigkeitsschutz und neuem Wintergarten schafft eine besondere Qualität an einem markanten Eckstandort im Alsergrund.









